Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Stadt Sumy sind nach Behördenangaben mindestens 31 Menschen getötet und viele verletzt worden. Der ukrainische Außenminister Sybiha spricht von einem „Kriegsverbrechen“.
Bei einem schweren russischen Raketenangriff auf die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Innenministers Ihor Klymenko mindestens 31 Menschen getötet worden. Viele seien zudem mitten auf der Straße, in Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Häusern verletzt worden, teilte er bei Telegram mit. Auf Bildern waren leblose Körper auf den Straßen, brennende Autos und schwere Verwüstungen zu sehen.
Nach Polizei-Angaben gab es mindestens 83 Verletzte, darunter sieben Kinder.

Mindestens 31 Menschen sind bei einem Angriff auf die ostukrainische Stadt Sumy getötet worden.
Selenskyj spricht von „schrecklichem Angriff“
Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass die Rettungseinsätze im Sumy andauerten. „Nur dreckiger Abschaum kann sich so verhalten – gewöhnlichen Menschen das Leben nehmen“, erklärte Selenskyj. Er forderte eine internationale Reaktion auf den Angriff. „Gespräche haben noch nie ballistische Raketen und Fliegerbomben gestoppt.“
Behörden richten Krisenstab ein
Die Behörden der Stadt teilten mit, dass ein Krisenstab eingerichtet worden sei. Viele Gebäude wiesen Schäden auf. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem „Kriegsverbrechen“, vom „absoluten Bösen“ an einem wichtigen christlichen Feiertag.
Sybiha kritisierte, dass Russland einem US-Vorschlag vom 11. März zu einer Waffenruhe in der Ukraine nicht zustimmt. „Stattdessen weitet Russland seinen Terror aus“, sagte Sybiha.
Ukraine fordert mehr Hilfe vom Westen
Der Außenminister forderte die westlichen Partner auf, die Ukraine mit zusätzlichen Flugabwehrkapazitäten auszustatten und den Druck auf Moskau zu erhöhen. „Stärke ist die einzige Sprache, die sie verstehen, und der einzige Weg, dem schrecklichen Terror ein Ende zu setzen“, sagte er.
Der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, brachte den Angriff in zeitlichen Zusammenhang mit dem Besuch des US-Sondergesandten Steve Witkoff in Russland: „Russland baut diese ganze sogenannte Diplomatie … auf Angriffen auf Zivilisten auf“, schrieb Kowalenko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.
Witkoff hatte am Freitag in Russland ein Gespräch mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin geführt, bei dem es auch um den seit mehr als drei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ging.