Ältere Frau mit Brille hält eine Kreditkarte vor einem Computerbildschirm.
Rentnerin blickt zufrieden auf ihr Konto: Ab 2027 kann man staatlich gefördert an der Börse fürs Alter vorsorgen. (Quelle: Zorica Nastasic/getty-images-bilder)

Deutschland plant neues Altersvorsorgedepot mit staatlicher Förderung ab 2027

Oktober 6, 2026
1 min. lesezeit

Das geplante Altersvorsorgedepot soll in Deutschland ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente ersetzen. Es ist der Kern des Altersvorsorgereformgesetzes, das dann ein neues System staatlich geförderter privater Altersvorsorge einführen soll.

Anders als Riester soll das Depot keine Beitragsgarantie enthalten. Das Geld kann breit am Kapitalmarkt angelegt werden, etwa in Aktien-ETFs. Höhere Ertragschancen gehen damit nach Angaben des Artikels mit dem Risiko von Kursverlusten einher; mit längeren Laufzeiten steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, zwischenzeitliche Verluste auszugleichen.

Die staatliche Förderung knüpft an eigene Einzahlungen an. Für die ersten 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent pro Euro, danach 25 Cent pro Euro bis zu einem vollen Grundbetrag von 540 Euro bei 1.800 Euro eigener Einzahlung. Familien können zusätzlich bis zu 300 Euro Kinderzulage je berechtigtem Kind und Jahr erhalten.

quirion, eine Tochter der Quirin Privatbank, lieferte der Redaktion vorab Beispielrechnungen und will Altersvorsorgedepots ab Januar anbieten. Grundlage aller Berechnungen ist ein Start 2027 und ein Renteneintritt mit 67 Jahren.

Nach diesen Modellrechnungen käme ein 29-Jähriger mit 150 Euro Monatsbeitrag bis 2064 auf 68.400 Euro an eigenen Einzahlungen, 20.520 Euro staatlicher Förderung und ein Endkapital von 535.226 Euro. Ein 30-Jähriger mit zwei Kindern und ebenfalls 150 Euro im Monat würde bis 2063 auf 66.600 Euro eigene Beiträge, 29.280 Euro Zuschüsse und 584.028 Euro Endkapital kommen.

Für einen 40-Jährigen mit 400 Euro monatlich nennt das Modell 129.600 Euro eigene Einzahlungen, 14.580 Euro Förderung, einen Steuervorteil von rund 9.428 Euro und ein Endkapital von 484.805 Euro bis 2053. Bei einem 55-Jährigen mit 150 Euro im Monat weist quirion 21.600 Euro eigene Beiträge, 6.480 Euro Zuschüsse, rund 2.786 Euro Steuervorteil und 45.759 Euro Endkapital bis 2038 aus.

Matthias Lamberti, Innovations- und Produktchef bei quirion, hält das Produkt auch mit 55 Jahren noch für sinnvoll. Er sagte: „Grundsätzlich ist es in diesem Alter absolut sinnvoll, sich mit dem Altersvorsorgedepot zu beschäftigen“.

Und weiter: „Mit 55 hat man noch rund zehn Jahre bis zur Rente – und darüber hinaus noch einen langen Anlagehorizont in der Rente selbst. Das darf man nicht vergessen.“

Die Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass das Geld über die gesamte Laufzeit zu 100 Prozent in Aktien investiert wird, die Rendite bei 8,54 Prozent pro Jahr liegt, sich die Märkte konstant entwickeln und in der Auszahlungsphase keine Steuer anfällt. Es handelt sich damit um Modellwerte, nicht um garantierte Ergebnisse.

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