Silhouette einer Raffinerie bei Sonnenuntergang mit Schloten und Industrieanlagen.
Wegen eines drohenden Kerosinmangels hat die Lufthansa Maßnahmen am Flughafen Frankfurt ergriffen. Auch über den Wasserweg wird zurzeit aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers weniger Kraftstoff transportiert. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann berichtet.15.10.2026 | 1:12 min

IEA erwartet Dieselknappheit bis weit ins Jahr 2027

Oktober 31, 2026
1 min. lesezeit

Die Internationale Energieagentur warnt in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht, dass Diesel knapp bleiben dürfte – und zwar bis weit ins Jahr 2027. Auch eine erwartete Erholung der Raffinerieproduktion bis zum Jahresende werde die Lücken demnach nicht schließen.

Die Preise für Diesel belasten nach Darstellung des Artikels bereits die Wirtschaft. Transporte und Waren würden für Verbraucher und Unternehmen teurer.

Diesel wird nicht nur an Tankstellen gebraucht, sondern auch in der Landwirtschaft, im Güterverkehr und für Notstromaggregate. Als Gründe für die anhaltende Knappheit nennt der Artikel drei Entwicklungen: niedrige Wasserstände auf Rhein und Main, den Krieg im Nahen Osten und weniger Diesel auf dem Weltmarkt.

Diesel und Rohöl werden per Schiff aus Rotterdam und Amsterdam nach Deutschland transportiert. Wegen des anhaltend niedrigen Pegels auf dem Rhein können die Schiffe jedoch nicht voll beladen fahren.

In Köln verkehren nach Angaben des Artikels derzeit nur wenige Schiffe auf dem Rhein. Der Wasserstand habe dort mit 40 Zentimetern einen neuen historischen Tiefstwert erreicht.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde sieht keine rasche Entspannung der Lage. Auch Meteorologe Özden Terli rechnet nicht damit, dass Rhein und Main bald wieder normale Wasserstände erreichen.

Der Krieg im Nahen Osten trifft die weltweite Dieselversorgung zusätzlich. Weniger Öl werde aus der Region transportiert, zugleich stünden den Raffinerien weniger Rohstoffe zur Verfügung.

Russland gehört zwar zu den großen Diesel-Exporteuren der Welt, doch Angriffe ukrainischer Drohnen auf russische Raffinerien haben die Produktionskapazitäten nach Angaben des Artikels verringert. Die EU hat als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine Einfuhren russischer Erdölprodukte grundsätzlich verboten.

Höhere Exporte aus den USA und China konnten die Ausfälle aus Russland und dem Nahen Osten bislang nur teilweise ausgleichen. Stockpiles seien bereits im zweiten Quartal 2026 stärker als üblich gesunken; im dritten Quartal hätten Lieferprobleme den Abbau noch beschleunigt.

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