Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, ist am Dienstag festgenommen worden und weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Bundesanwaltschaft zurück.
Sein Anwalt erklärte, Hanning werde zu Unrecht verfolgt. Er habe keine vertraulichen Informationen zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland weitergegeben.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem früheren BND-Chef geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Spionage, das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.
Laut seiner Verteidigung räumt Hanning ein, vertrauliche Unterlagen besessen zu haben. Er bestreite aber, daraus Informationen weitergegeben oder dafür Geld erhalten zu haben.
Hanning leitete den BND von 1998 bis 2005. Nach früheren, im Artikel zitierten Ermittlungsansätzen soll sein früherer Büroleiter ihm zwischen 2010 und 2022 fast 2.000 interne Dokumente überlassen haben.
Bekannt wurde die Festnahme dem Artikel zufolge erst am Mittwoch über die Stellungnahme der Verteidigung. Weitere Ermittlungen sollen klären, ob und in welchem Umfang Informationen weitergegeben wurden.
Der Fall berührt nach Angaben des Artikels auch die Sicherheitsarchitektur des BND. Zudem könnte er Fragen nach der parlamentarischen Kontrolle der Nachrichtendienste und nach strengeren Karenzregeln für frühere Geheimdienstmitarbeiter aufwerfen.
Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.
