Mehrere Personen sitzen auf einer Bühne bei einer Podiumsdiskussion im Saal eines Kongresses, im Hintergrund eine Projektionswand mit Themenfolie zum Bevölkerungsschutz.

DFV-Kongress rückt Bevölkerungsschutz, Stromausfall und KRITIS in den Fokus

November 1, 2026
1 min. lesezeit

Der Deutsche Feuerwehrverband hat über einen mehrtägigen Bundesfachkongress zum Bevölkerungsschutz berichtet. Im Mittelpunkt standen Vorträge, eine Diskussion über den „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ sowie Fachbeiträge zu Zivil-Militärischer Zusammenarbeit, KRITIS und Einsatzpraxis.

Zu Beginn ordnete Grit Tüngler, Präsidentin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), den Bevölkerungsschutz unter dem Titel „Quo Vadis Bevölkerungsschutz“ aus Sicht des Bundes ein. Sie sagte, Sicherheit entstehe durch Zusammenarbeit und betonte die Kooperation mit dem Deutschen Feuerwehrverband.

Tüngler verwies darauf, dass Menschen, Fähigkeiten und Zusammenarbeit entscheidend für den Erfolg seien. Zugleich forderte sie eine besser vorbereitete, mitwirkende Bevölkerung.

Als Praxisbeispiel schilderte Stefan Hermann den dreitägigen Stromausfall in Reutlingen im Juni 2026, von dem rund 7.600 Haushalte und mehrere Betriebe betroffen waren. Die Ursache wird im Text als vermutlich auf gezielte Brandstiftung zurückzuführen beschrieben.

Hermann sagte, nach den Erkundungsergebnissen sei bereits nach einer Viertelstunde der Führungsstab alarmiert worden. Nach gut einer Stunde sei der Verwaltungsstab aktiviert worden. Hilfreich gewesen sei, dass die Lage bereits früher geübt worden sei und Notfallmeldepunkte vorab festgelegt gewesen seien.

Der 2025 eingerichtete Arbeitskreis Zivil-Militärische Zusammenarbeit arbeitet an einem Handbuch für Bevölkerungsschutzlagen. Damit sollen Einsatzkräfte nach Darstellung des Arbeitskreises mehr Sicherheit erhalten.

Der Leiter des Arbeitskreises, Mathias Bessel, sagte, das Handbuch solle die jeweils andere Perspektive und Fachsprache verständlicher machen und in Spezifika einführen.

Dr. Matthias Münch stellte zudem das im März 2026 verkündete KRITIS-Dachgesetz vor. Er verwies darauf, dass in den zehn Sektoren des Gesetzes Feuerwehren sowie andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Medien und Kulturgüter fehlten.

In der abschließenden Diskussion wurde der im Mai 2026 beschlossene „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ als Finanzpaket von mehr als zehn Milliarden Euro beschrieben, das bis 2029 einen Modernisierungsschub bringen soll. An der Runde nahmen Vertreter aus Bund und Feuerwehr, einer Hilfsorganisation und dem Technischen Hilfswerk teil.

Der DFV stellte freigegebene Vorträge und weitere Materialien auf seiner Webseite bereit.

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