Ermittler haben das Bundestagsbüro des SPD-Abgeordneten Adis Ahmetovic sowie drei Wohnungen durchsucht. Die Maßnahmen stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover im Zusammenhang mit Ermittlungen zur Ausschreibung des ehemaligen Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover.
Nach Angaben der Ermittler geht es um den Verdacht der möglichen Beihilfe zu wettbewerbsbeschränkenden Absprachen und um eine mögliche Verletzung von Geschäftsgeheimnissen. Durchsucht wurden zwei Wohnungen in Hannover, eine Wohnung in Berlin und das Büro des 33-Jährigen im Bundestag.
Der Bundestag hatte zuvor die Immunität des niedersächsischen Abgeordneten aufgehoben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte ausdrücklich den Bezug zum ehemaligen Gelände des Klinikums Region Hannover in Lehrte.
Ahmetovic ließ über seinen Anwalt mitteilen, er habe sich nichts vorzuwerfen. Die Kanzlei teilte am 8. Oktober zudem mit, sie habe der Staatsanwaltschaft umfassende Kooperationsbereitschaft signalisiert, bislang aber keine Akteneinsicht erhalten.
Die Maßnahmen dauerten am späten Vormittag noch an. Ermittler suchten auch die SPD in der hannoverschen Odeonstraße auf; dort wurde ihnen mitgeteilt, dass Ahmetovic dort kein Büro habe, sodass dort keine Durchsuchung stattfand. Auch sein Wahlkreisbüro in Hannover war nach den Angaben nicht betroffen.
Im Zusammenhang mit der Ausschreibung des Klinikgeländes waren bereits Ermittlungen gegen den früheren hannoverschen Regionspräsidenten Steffen Krach und den inzwischen zurückgetretenen niedersächsischen SPD-Landtagsfraktionschef Stefan Politze bekanntgeworden.
