Das Präsidium der Fußball-Bundesliga hat nach Beratungen mit den 36 Clubs weiteren Gesprächsbedarf zur Umsetzung der 50+1-Regel angemeldet. Zugleich warnte das Gremium vor vorschnellen Beschlüssen und verwies auf offene Fragen bei den Ausnahmeclubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg.
Rund zwei Monate nach der grundsätzlichen Bestätigung der Regel durch das Bundeskartellamt sieht das neunköpfige Präsidium noch keinen Abschluss der Gespräche. Nach einer Klausurtagung und einer Besprechung mit allen 36 Clubs der ersten und zweiten Liga gehe es vor allem darum, eine einvernehmliche Lösung für die weiteren Schritte zu finden.
In einer Mitteilung erklärte das Präsidium, eine breit getragene Lösung biete die größten Chancen, langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen innerhalb des Ligaverbands zu vermeiden und die Rechtssicherheit der Regel nachhaltig zu stärken. Die Vereine seien zu weiteren intensiven Gesprächen und zu einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein aufgerufen.
Das Bundeskartellamt hatte am 12. August entschieden, dass die nur im deutschen Profifußball geltende 50+1-Regel grundsätzlich zulässig ist. Im Kern schreibt sie vor, dass Mitglieder und eingetragener Verein bei Ausgliederungen des Profifußballs in eine Kapitalgesellschaft das letzte Wort behalten müssen.
Für Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg gelten Ausnahmen, die in der weiteren Ausgestaltung berücksichtigt werden müssen. Nach Angaben des Präsidiums soll zunächst die kommende Mitgliederversammlung im Dezember ein Bekenntnis aller zur Regel bringen; im ersten Halbjahr 2027 will das Gremium dem Ligaverband finale Vorschläge zur einheitlichen Anwendung vorlegen.
