Eine Analyse vor den US-Midterms kommt zu einer gemischten Bilanz von Donald Trumps zweiter Präsidentschaft. Während manche Anleger von einem Boom bei US-Technologie und Künstlicher Intelligenz profitieren, belasteten Inflation, Zölle, höhere Zinsen und steigende Staatsschulden nach Darstellung des Beitrags Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Haushalte.
Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit ein „goldenes Zeitalter“ für die Vereinigten Staaten versprochen. Der Text stellt dem entgegen, dass vor allem Investoren Gewinne verbucht hätten, darunter auch viele deutsche Sparer, die über Indexfonds wie den MSCI World engagiert sind.
Nach Angaben der Analyse entfallen auf US-Aktien fast drei Viertel des gesamten Werts des MSCI World. Mehr als 20 Prozent konzentrieren sich demnach auf fünf Konzerne: Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet.
Besonders der Technologiesektor in den USA wird als Treiber genannt. Deutsche Anleger profitierten dem Beitrag zufolge direkt vom US-KI-Boom, der auch durch Trumps lockere Regulierung begünstigt werde.
Für die breitere Öffentlichkeit fällt die Bilanz nach fast zwei Jahren deutlich negativer aus. Genannt werden höhere Energiepreise und Inflation.
Nach dem US-Angriff auf Iran seien Lieferungen von Öl aus dem Nahen Osten gestört worden, heißt es weiter. Zugleich sei die vorläufige Inflationsrate in Deutschland im September auf 3,3 Prozent gestiegen.
Auch die Geldpolitik wird als Folge dieser Entwicklung beschrieben. Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank hätten die Zinsen bereits angehoben, weitere Erhöhungen seien nicht ausgeschlossen.
Hinzu kommen laut Analyse die Zölle der US-Regierung. Selbst nach Handelsabkommen, die die ersten Maßnahmen abgemildert hätten, blieben sie eine Belastung, weil US-Importeure die Mehrkosten an Verbraucher weitergäben.
Für Deutschland verweist der Text zudem auf geringere Exporte in die USA. Zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 seien sie um 12 Prozent gefallen, bei der Autoindustrie sogar um mehr als 28 Prozent.
Die Analyse verbindet Trumps Steuerpolitik außerdem mit einem Anstieg der US-Bundesschuld auf mehr als 40 Billionen US-Dollar. Der Vertrauensverlust an den Märkten habe die Renditen von US-Staatsanleihen erhöht und damit weltweit die Kreditkosten nach oben gezogen.
Für den deutschen Staat bedeutet das nach Darstellung des Beitrags auch teurere neue Schulden. Weil US-Papiere am globalen Finanzmarkt als Maßstab dienen, müsse Finanzminister mehr für neue Bundesanleihen zahlen.
Langfristige Lasten werden ebenfalls angesprochen, aber nicht beziffert. Dazu zählen höhere Verteidigungsausgaben infolge des weitgehenden US-Rückzugs aus der Ukraine-Hilfe sowie steigende Kosten durch Trumps Abkehr vom Klimaschutz.
