Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Einführung einer Zuckersteuer auf Süßgetränke und verschärft damit die politische Debatte über den künftigen Kurs der Ernährungspolitik in Deutschland. Während der Verband auf Gesundheitsprävention setzt, lehnen Unionsvertreter und der Bauernverband die Abgabe ab.
VZBV-Vorständin Ramona Pop begründete den Vorstoß mit dem Ziel, Krankheiten vorzubeugen und die Krankenkassen zu entlasten. Sie bezeichnete die Zuckersteuer als überfällig und sagte, sie sei keine Maßnahme zur Sanierung des Haushalts, sondern eine Investition in die Gesundheit.
Pop forderte zugleich, die Koalition aus CDU/CSU und SPD müsse bei dem Thema nun handeln. Nach ihren Worten beeinflussen auch das Angebot und die Verfügbarkeit von Produkten die Ernährungsentscheidungen.
Unionsminister lehnen die Steuer ab und setzen stattdessen auf Ernährungsbildung, Eigenverantwortung, Aufklärung und Innovation. Auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, wies die Abgabe zurück und warnte vor wirtschaftlichen Folgen für landwirtschaftliche Betriebe.
Neun Agrar- und Verbraucherschutzminister von CDU und CSU haben sich ebenfalls gegen eine zusätzliche Abgabe gewandt. Im Hintergrund steht eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, gesüßte Getränke zu besteuern; nach Einschätzung der WHO kann das Risiken durch Übergewicht, Adipositas und Diabetes senken.
