Nahaufnahme eines Dokuments mit Begriffen zu Steuerbrutto und Sozialversicherungsbeiträgen.
Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen wieder (Symbolbild): Gutverdiener zahlen mehr für Rente, Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung und Pflege. (Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-bilder)

Kabinett beschließt höhere Sozialabgaben für Gutverdiener ab 2027

Oktober 7, 2026
1 min. lesezeit

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine Verordnung des Arbeitsministeriums beschlossen, die ab 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen und die Versicherungspflichtgrenze in der Sozialversicherung anhebt. Betroffen sind vor allem Gutverdiener, deren Einkommen über den bisherigen Grenzen liegt.

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro auf 6.375 Euro im Monat. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung wird sie von 8.450 Euro auf 8.850 Euro angehoben.

Für einen Arbeitnehmer mit Einkommen oberhalb dieser Schwellen ergibt sich bei unveränderten Beitragssätzen eine monatliche Mehrbelastung von knapp 102 Euro. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen zahlen damit rund 203 Euro mehr im Monat.

Die Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung soll zum 1. Januar 2027 von 77.400 Euro im Jahr beziehungsweise 6.450 Euro im Monat auf 84.150 Euro steigen. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung wird damit nach Angaben der Quelle deutlich erschwert.

Auch die Pflegeversicherung wird angepasst. Das Pflegeneuordnungsgesetz soll die Beitragsgrenze dort ebenfalls auf 6.375 Euro anheben; das Kabinett hatte den Entwurf dazu bereits Ende September beschlossen.

Für Kinderlose soll der Zuschlag zur Pflegeversicherung zum Jahreswechsel von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte steigen. Nach Angaben des Arbeitsministeriums ändert sich für die überwiegende Mehrheit der Beitragszahler nichts, weil nur Versicherte betroffen sind, deren Einkommen bereits oberhalb der bisherigen Grenzen liegt.

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